Massive Gesteinsbrocken in Einzelteile zerlegen, um sie, anders gewichtet, wieder zu einer Einheit zu verbinden; rohes Material parallel zu fein geschliffenen Elementen Raum greifen lassen; harte Widerstände, Wälle, Blockformationen bilden und im Ausgleich dazu skulpturale Mässigungszonen, Ruhepole schaffen.

Der Bizauer Bildhauer Herbert Meusburger arbeitet klassisch und modern zugleich. Mit einem Material, Stein, das widersprüchlich sein mag, antiquiert und zeitgenössisch gleichermassen, leicht und schwer, archaisch unverrückbar und dennoch durchlässig.

Für seinen Nachschub-Beitrag hat er seine gestalterischen Grundkonstanten wie architektonisches Konzipieren und konstruktives skulpturales Entwickeln für einmal beiseite geworfen. Sein hingekippter Granithaufen ist eine Zufallsskulptur. Die 8,5 Tonnen Randsteine verkörpern Wegwerfmaterial. Es sind ausrangierte Granitblöcke, die im Bezauer Bauhof deponiert lagen. Ein Lastwagen kippte sie neben den Halleneingang. Die Steine, ein willkürlicher Haufen.

Dieses Willkürliche, Beliebige kann auch als Statement zur Zeit ausgelegt werden. Zur Zeit, in der das Individuelle in der Masse unterzugehen droht. In der sich öffentliches und politisches Denken immer mehr in einen Einheitsbrei verwandelt und Standpunkte austauschbar werden.

Meusburger überschüttete den Gesteinsberg mit geschmolzenem Wachs in den Farben Blau, Grün, Rot und Schwarz. Das sind die Farben der politischen Parteien. Die Farben laufen ineinander über, vermischen sich, werden ununterscheidbar. Wie aus dem Leben gegriffen. Ein Abdruck der Realität.

Dennoch, im Untergrund lagern Nachschubkräfte, archaische Einzelteile. Keines gleich wie das andere. Selbstreferentielle Klötze, - differenzierbar, verifizierbar, individuell wahrnehmbar.